02.01.2010

Hotelneubau am Hohen Ufer

Oder: Eine unendliche Geschichte

Ein sehr wichtiges Projekt für die Altstadt kommt einfach nicht in die Gänge.
Bereits im Dezember 2003 wurde ein erster Investoren- und Architektenwettbewerb ausgelobt, der einen Abriss des ehemaligen Schulgebäudes und einen Neubau mit Hotel, Büros, Wohnungen oder ähnliches vorsah. Damals wurde auch noch ein benachbartes Grundstück am Marstall mit in den Wettbewerb einbezogen.


Der Sieger des Wettbewerbs schlug 2004 eine Bebauung mit einem 4-Sterne-Art-Hotel vor.
Am Marstall sollte ein Boardinghouse mit Büros und Gastronomie entstehen. Da der Investor lange Zeit keinen Mieter für das geplante Hotel fand, verzögerte sich der Verkaufsprozess des Grundstücks bis Februar 2007, als der Rat beschloss das Grundstück an den Investor zu verkaufen, der schließlich doch einen Betreiber gefunden hatte.
Letztendlich erfolgte der Verkauf wegen "vertraglich vereinbarten Verpflichtungen", die der Investor nicht einhalten konnte, doch nicht und die Verhandlungen wurden beendet.
Daraufhin wurde das Grundstück erneut ausgeschrieben - diesmal europaweit.
Hochtief erhielt im März 2009 den Zuschlag mit seinem Konzept einer Mischung von Hotel- und Wohnnutzung.
Ein Architektenwettbewerb wurde ausgeschrieben. Die Bekanntgabe der Ergebnisse, die ursprünglich für den Juni 2009 geplant war, wurde auf den 1. Oktober verschoben, da angeblich Details wie die "Anordnung des Hotels oder das Verhältnis des Gebäudes zur übrigen Bebauung" nicht beachtet wurden. Die Jury hatte also 4 erste Preise mit dem Auftrag der Überarbeitung vergeben.
Erste Entwürfe sind im Verlaufe des Septembers im Internet aufgetaucht.




Hier die Entwürfe des Büros schulze & partner. architektur..

Man kann vermuten, dass sich die Architekten nicht mit der sehr sensiblen Umgebung befasst haben. Das zukünftige Gebäude hat nämlich eine Front zum Hohen Ufer und eine Gebäudeecke zum mittelalterlichen Ballhofplatz. Dazu kommt noch, dass das benachbarte Gebäude in der Burgstraße das älteste erhaltene Gebäude Hannovers ist.


Der Entwurf für ein geplantes Gebäude sollte also zu den verschiedenen Seiten hin eine ansprechende Fassade bieten, die sich in die jeweilige Umgebung einfügt und nicht zu allen Seiten gleich aussieht.

Als es im Laufe des Oktobers keine Neuigkeiten zu den überarbeiteten Wettbewerbsergebnissen gab, schrieb ich eine Email an einen HAZ-Redakteur, der mir daraufhin mitteilte, dass der Jurytermin vom 1. Oktober angeblich nur aus organisatorischen Gründen nicht stattgefunden hat.

Durch diese Verzögerungen ist der Betreiber des geplanten Hotels ungeduldig geworden (er fürchtet das Cebit-Geschäft 2011 zu verpassen), woraufhin der Investor Hochtief nun auch über eine reine Wohnbebauung an der Stelle nachdenkt (siehe hier).

Eine reine Wohnbebauung würde das Altstadtquartier aber meines Erachtens nicht so sehr beleben wie ein Hotelbau.
Und eine belebende Funktion für die Altstadt war damals unter anderem Bedingung bei der europaweiten Ausschreibung des Grundstücks.
Spannend wird auch die weitere Nutzung der Leine in diesem Teil Hannovers. Die oben gezeigten Entwürfe zeigen bereits eine Verbindung vom Neubau zum Leineufer mit einer Gastronomieeinrichtung.

Ich bin gespannt, in wie vielen Jahren der Neubau endlich steht.

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